Rohrnetzberechnung in der technischen Gebäudeausrüstung

Neben der Heizlastberechnung und der richtigen Dimensionierung der Anlagentechnik stellt die Rohrnetzberechnung einen zentralen Bestandteil der Planung in der Technischen Gebäudeausrüstung dar.

Rohrnetze werden sowohl für Heizungsanlagen als auch für die Trinkwasserversorgung berechnet, um eine sichere, hygienische und wirtschaftliche Versorgung des Gebäudes zu gewährleisten.

Durch eine präzise Rohrnetzberechnung werden Druckverluste, Volumenströme, Rohrdimensionen und Fließgeschwindigkeiten optimal aufeinander abgestimmt. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Verbraucher zuverlässig versorgt werden und gleichzeitig ein effizienter Anlagenbetrieb möglich ist.

Trinkwasser-Rohrnetzberechnung

Die Planung einer Trinkwasserinstallation stellt besonders hohe Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Komfort.

Eine fachgerechte Rohrnetzberechnung ist daher unerlässlich, um die Anforderungen aus den geltenden Regelwerken – unter anderem DIN EN 806, DIN 1988 sowie den DVGW-Arbeitsblättern W551 und W553 – einzuhalten.

Ziel der Planung ist es, eine hygienisch einwandfreie Trinkwasserversorgung sicherzustellen und gleichzeitig Komfort sowie Energieeffizienz zu gewährleisten.

Dabei müssen unter anderem folgende Punkte berücksichtigt werden:

• 3-Liter-Regel:

Das Wasservolumen zwischen der Hauptversorgungsleitung und der am weitesten entfernten Entnahmestelle darf 3 Liter nicht überschreiten, wenn keine Zirkulation vorhanden ist. Dadurch wird das Risiko der Legionellenbildung reduziert.

• Temperaturtrennung von Warm- und Kaltwasser:

Kaltwasserleitungen dürfen sich nicht durch angrenzende Warmwasserleitungen oder Zirkulationsleitungen erwärmen. Eine ausreichende thermische Trennung und Dämmung ist daher zwingend erforderlich.

• Vermeidung von Stagnation:

Nicht oder nur selten genutzte Leitungsabschnitte können zu hygienischen Problemen führen. Durch eine geeignete Leitungsführung wird sichergestellt, dass regelmäßige Durchströmung gewährleistet ist.

• Richtige Dimensionierung der Sicherheitseinrichtungen:

Bauteile wie Sicherheitsventile, Druckminderer oder Ausdehnungsgefäße müssen korrekt dimensioniert und fachgerecht installiert werden.

• Komfortanforderungen:

Die Ausstoßzeit für Warmwasser sollte in der Regel unter 10 Sekunden liegen, um einen hohen Nutzungskomfort zu gewährleisten.

• Moderne Installationssysteme:

Die durchgeschleifte Installation oder Ringinstallation entspricht heute in vielen Fällen dem Stand der Technik. Aufgrund der komplexen hydraulischen Zusammenhänge ist eine Auslegung ohne computergestützte Berechnungsprogramme kaum möglich.

Arten der Leitungsführung

In der Praxis kommen unterschiedliche Systeme der Leitungsführung zum Einsatz.

Klassische T-Stück-Installation

Bei der klassischen T-Stück-Installation werden die einzelnen Geschosse über eine Sammelleitung versorgt. Von dieser Hauptleitung zweigen über T-Stücke einzelne Leitungen zu den jeweiligen Verbrauchern ab.

Dieses System ist konstruktiv einfach und lange Zeit der Standard gewesen. Allerdings können Stagnationsbereiche entstehen, wenn einzelne Entnahmestellen selten genutzt werden. Deshalb wird diese Installationsart heute zunehmend durch durchgeschleifte oder ringförmige Systeme ergänzt oder ersetzt.

Reiheninstallation / Durchschleifinstallation

Bei der Reiheninstallation (durchgeschleifte Installation) werden die einzelnen Entnahmestellen nacheinander über eine durchgehende Leitung versorgt. Das Wasser fließt dabei von einem Verbraucher zum nächsten weiter.

Der große Vorteil dieser Installationsart liegt in der deutlich reduzierten Stagnation, da bei jeder Nutzung automatisch mehrere Leitungsabschnitte durchströmt werden. Dadurch wird die Trinkwasserhygiene verbessert und das Risiko von mikrobiologischen Belastungen reduziert.

Weitere Vorteile der Reiheninstallation sind:

• geringere Leitungsvolumen

• verbesserte Durchströmung der Leitungen

• geringeres Risiko von Stagnationswasser

• häufig geringerer Materialeinsatz

Diese Installationsart wird heute häufig in Wohngebäuden, Hotels oder Kindertagesstätten eingesetzt, da sie eine gute Kombination aus Hygiene, Wirtschaftlichkeit und einfacher Installation bietet.

Ringinstallation

Bei der Ringinstallation werden die Entnahmestellen über eine ringförmig geführte Leitung versorgt. Das Wasser kann dabei aus zwei Richtungen zu den einzelnen Verbrauchern strömen.

Dieses System sorgt für eine besonders gleichmäßige Durchströmung des Rohrnetzes und reduziert die Gefahr von Stagnationsbereichen deutlich. Gleichzeitig lassen sich Druckverluste besser ausgleichen, wodurch eine stabile Versorgung aller Entnahmestellen gewährleistet wird.

Vorteile der Ringinstallation:

• sehr gute Durchströmung des gesamten Rohrnetzes

• hohe hygienische Sicherheit

• gleichmäßige Druckverhältnisse im System

• gute Eignung für größere Gebäude und komplexe Installationen

Aufgrund der hydraulischen Wechselwirkungen im Ringnetz ist eine präzise Planung mittels Rohrnetzberechnungssoftware erforderlich. Nur so können Rohrdimensionen, Volumenströme und Druckverluste korrekt bestimmt werden.

Durch unsere detaillierte Rohrnetzberechnung stellen wir sicher, dass Trinkwasserinstallationen hygienisch einwandfrei, komfortabel und wirtschaftlich betrieben werden können – selbstverständlich unter Berücksichtigung der aktuellen Normen und Regelwerke.

Planungs- und Ingenieursgesellschaft

für Haustechnik mbH

Kreuzackerstraße 15

27572 Bremerhaven

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